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Eine Caesar-Chiffre von Hand entschlüsseln

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Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: alle Verschiebungen prüfen, Buchstabenhäufigkeiten nutzen und wahrscheinliche Wörter testen.

Was ist eine Caesar-Chiffre?

Die Caesar-Chiffre verschiebt jeden Klartextbuchstaben um dieselbe Anzahl von Stellen in einem festgelegten Alphabet. Bei Verschiebung 3 wird im hier verwendeten deutschen Alphabet aus A ein C, aus Ä ein D; am Ende beginnt die Zählung wieder vorn.

Da im ganzen Text dieselbe Ersetzung gilt, ist Caesar eine monoalphabetische Substitutionschiffre. Die Verschiebung ist der Schlüssel. Ein Alphabet mit N Zeichen besitzt N − 1 nicht triviale Schlüssel. Das deutsche Alphabet des Werkzeugs umfasst 29 Zeichen und damit 28 Kandidaten.

Vorbereitung

Bestimme zuerst Alphabet und Reihenfolge. Das Werkzeug verwendet A Ä B C D E F G H I J K L M N O Ö P Q R S T U Ü V W X Y Z. Eine Chiffre, die Umlaute anders behandelt, liefert andere Verschiebungen.

Zum Entschlüsseln gehst du um den vermuteten Schlüssel rückwärts. Drei Stellen rückwärts entsprechen in diesem 29-Zeichen-Alphabet 26 Stellen vorwärts. Leerzeichen, Ziffern und Satzzeichen bleiben üblicherweise erhalten.

Methode 1 — Alle Verschiebungen testen

Prüfe bei N Zeichen die Schlüssel 1 bis N − 1. Für GCÜ LÜV HLPH XEWPJ ergeben die ersten Versuche:

  • Verschiebung 1: FBU KUÜ GKÖG WDVÖI.
  • Verschiebung 2: EÄT JTU FJOF VCÜOH.
  • Verschiebung 3: DAS IST EINE ÜBUNG.

Der dritte Text ist sprachlich schlüssig, also ist Schlüssel 3 der beste Kandidat. Bei sehr kurzen Nachrichten können mehrere Ergebnisse plausibel wirken. Das Caesar-Brute-Force-Werkzeug listet alle Verschiebungen zur Kontrolle auf.

Methode 2 — Häufigkeitsanalyse

Bei längeren deutschen Texten kommen E, N, I und S häufig vor; die Reihenfolge schwankt jedoch je nach Text. Zähle mehrere häufige Geheimtextbuchstaben und teste passende Zuordnungen.

Vermutest du hinter einem häufigen H ein E, beträgt der Abstand in diesem Alphabet 3. Entschlüssle damit den gesamten Text und prüfe Wörter, Grammatik und weitere Muster. Die Häufigkeitsanalyse liefert die Zählung, aber noch keinen Beweis.

Methode 3 — Ein wahrscheinliches Wort nutzen

Ein aus dem Kontext erwartetes Wort heißt Crib. Lege es an einen Geheimtextabschnitt und berechne für jedes Buchstabenpaar dieselbe Rückverschiebung.

Erwartest du EINE und siehst HLPH, erfordern H→E, L→I, P→N und H→E jeweils den Schlüssel 3. Teste ihn anschließend am vollständigen Text; erst ein insgesamt stimmiges Ergebnis bestätigt den Crib.

Häufige Fehler und Kontrollen

Achte besonders auf:

  • Falsches Alphabet. Umlaute und ihre Position verändern alle Ergebnisse.
  • Falsche Richtung. Beim Entschlüsseln wird rückwärts gezählt.
  • Zu frühe Festlegung. Ein kurzer Zufallstreffer reicht nicht; prüfe die ganze Nachricht.
  • ROT13. ROT13 ist der selbstinverse Spezialfall für das lateinische Alphabet mit 26 Buchstaben, nicht für dieses 29-Zeichen-Alphabet.

Ergibt keine Verschiebung einen sinnvollen Text, prüfe Alphabet und Sprache oder ziehe eine andere Substitution beziehungsweise Transposition in Betracht.

Häufige Fragen

Bei N Alphabetzeichen gibt es N − 1 nicht triviale Schlüssel. Das hier verwendete deutsche Alphabet mit 29 Zeichen hat 28, das lateinische Grundalphabet mit 26 Buchstaben hat 25.

Meist ja. Prüfe alle Schlüssel und bewerte die Ergebnisse anhand von Sprache, Kontext, Häufigkeiten und Cribs. Sehr kurze Nachrichten ohne Kontext können mehrdeutig bleiben.

Ja. ROT13 verschiebt im lateinischen 26-Buchstaben-Alphabet um 13. Weil 13 die Hälfte von 26 ist, stellt die zweite Anwendung den Ausgangstext wieder her.

Kurze Stichproben weichen stark vom durchschnittlichen Sprachprofil ab. Mehr Text stabilisiert die Zählung, auch wenn Namen, Thema und Wiederholungen sie weiterhin verzerren können.

Siehe auch